KI-Agent

Was ist ein KI-Agent? Und was kann er in einem KMU?

Ein KI-Agent ist ein Programm, das eine Aufgabe versteht, die Schritte plant und sie mit Werkzeugen selbst ausführt. Dieser Ratgeber erklärt den Begriff, den Unterschied zu Chatbot und Automatisierung, was KI-Agenten in einem KMU tun können, worauf du achten musst, und ob du einen Agenten selbst erstellen oder erstellen lassen solltest.

Was ist ein KI-Agent? Die Definition in einem Satz

Ein KI-Agent ist ein Computerprogramm, das ein Ziel bekommt, selbst entscheidet, welche Schritte nötig sind, und diese Schritte mit Werkzeugen ausführt, zum Beispiel mit deiner Website, deinem Kalender oder deinem Werbekonto.

Auf Englisch heisst er AI Agent, in der Mehrzahl KI-Agenten. Wikipedia fasst es so: Ein KI-Agent (englisch: AI Agent; Agentic AI) ist ein Computerprogramm, das sich künstlich intelligent verhält. Der ältere Begriff dahinter ist der Software-Agent: ein Programm, das zu gewissem (wohl spezifiziertem) eigenständigem und eigendynamischem (autonomem) Verhalten fähig ist.

Drei Dinge machen ein Programm zum Agenten:

  • Ein Ziel statt einer Anweisung. Du sagst, was erreicht werden soll, nicht jeden einzelnen Klick.
  • Eigene Planung. Der Agent zerlegt das Ziel in Schritte, führt sie aus und prüft das Ergebnis.
  • Werkzeuge. Er kann etwas tun, nicht nur schreiben: eine Seite ändern, Zahlen abrufen, eine E-Mail entwerfen.

Fehlt eines davon, ist es kein Agent, sondern ein Chatbot oder eine Automatisierung.

KI-Agent, Chatbot oder Automatisierung: der Unterschied

Ein Chatbot antwortet. Eine Automatisierung führt eine feste Regel aus. Ein KI-Agent bekommt ein Ziel und entscheidet selbst, welche Schritte und Werkzeuge er dafür braucht.

ChatbotAutomatisierungKI-Agent
Was er bekommteine Frageeinen Auslöserein Ziel
Was er tutantwortet mit Textführt eine feste Regel aus: wenn A, dann Bplant Schritte, nutzt Werkzeuge, prüft das Ergebnis
Wenn etwas Unerwartetes passiertantwortet trotzdem, oft falschbleibt stehen oder macht den Fehler mitpasst den Plan an oder fragt nach
Beispiel im KMU«Wann ist heute geöffnet?» wird beantwortetFormular eingegangen, E-Mail wird verschickt«Passe die Öffnungszeiten auf der Website an» wird umgesetzt, mit Vorschau

Die Grenzen sind fliessend. Viele Chatbots bekommen heute Werkzeuge und ein Gedächtnis und werden damit zu Agenten. Und ein guter Agent nutzt Automatisierungen als seine Werkzeuge. Entscheidend ist die Frage: Führt das Programm die Aufgabe selbst aus, oder sagt es dir nur, wie du sie ausführen sollst?

Was KI-Agenten in einem KMU tun können: Beispiele

In einem KMU übernehmen KI-Agenten vor allem wiederkehrende Aufgaben mit klaren Werkzeugen: die Website pflegen, Zahlen lesen und zusammenfassen, Texte für Anzeigen, Posts und Newsletter entwerfen, Anfragen im Postfach vorsortieren und beantworten.

  • Website pflegen. Neue Öffnungszeiten, eine neue Seite, ein neues Projekt mit Fotos. Der Agent ändert die Seite und zeigt eine Vorschau, bevor etwas live geht.
  • Zahlen lesen. Besuche, Anfragen und Suchanfragen aus Google Analytics und der Search Console abrufen, mit der Vorwoche vergleichen und eine Empfehlung dazu schreiben.
  • Marketing vorbereiten. Eine Anzeige mit Zielgruppe und Budget entwerfen, einen Post mit Bild und Termin, einen Newsletter mit Betreff und Text.
  • Postfach betreuen. Anfragen lesen, eine Antwort entwerfen, eine Offerte vorbereiten. So arbeitet auch Kantellos eigener Agent: Er bereitet E-Mails vor, über Angebote und Verträge entscheiden Menschen.

Was ein Agent nicht gut kann: Entscheidungen mit Folgen treffen, die nur du überblickst. Einen Preis festlegen, einen Vertrag unterschreiben, einer Kundin eine Zusage geben. Dafür ist er der Entwurf, nicht die Unterschrift.

Risiken: Worauf du bei einem KI-Agenten achten musst

Die drei grössten Risiken sind Daten, die ohne Kontrolle abfliessen, Aktionen, die niemand freigegeben hat, und Kosten, die mit der Nutzung wachsen. Alle drei bekommst du mit Regeln in den Griff, die du vor dem Start festlegst.

Daten

Kläre vor dem Start vier Fragen: Wo läuft der Agent? Wo liegen die Daten, die er liest und schreibt? Welches KI-Modell nutzt er, und über wessen Konto? Und: Werden deine Daten zum Trainieren des Modells verwendet? Bei Geschäftskonten lässt sich das Training in der Regel ausschalten; prüf die Einstellung. In der Schweiz gilt für all das das Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG), und wer Personendaten bearbeitet, beschreibt das in seiner Datenschutzerklärung. Ein Agent bekommt ausserdem nur Zugriff auf die Konten, die er für seine Aufgaben braucht, nicht auf alles.

Freigaben

Eine Regel hat sich bewährt: Der Agent macht Entwürfe, ein Mensch gibt frei. Das gilt für alles, was nach aussen geht: eine Änderung an der Website, eine Anzeige, ein Newsletter, eine E-Mail an einen Kunden. Grenzen, die Geld betreffen, gehören dorthin, wo der Agent sie nicht verschieben kann: Eine Budgetgrenze setzt du im Werbekonto selbst, nicht im Agenten. Und ein Agent, der Code oder Server verändern darf, braucht Bereiche, die für ihn gesperrt sind, zum Beispiel die Sicherheitseinstellungen der Website.

Kosten

Rechne mit drei Posten: dem Betrieb (ein Server, auf dem der Agent läuft), dem KI-Modell (es kostet nach Nutzung: mehr Aufträge, mehr Modell) und der Arbeit (Einrichtung, neue Fähigkeiten, Updates, Sicherheit). Frag bei jedem Angebot, welcher Posten wo landet und wer ihn zahlt. Ein Preis, der nur einen der drei nennt, ist kein Preis.

KI-Agent selbst erstellen oder erstellen lassen?

Selbst erstellen lohnt sich, wenn jemand im Team Zeit hat und sich um Server, Updates und Sicherheit kümmern will. Erstellen lassen lohnt sich, wenn der Agent vom ersten Tag an arbeiten soll und niemand die Technik betreuen will.

Selbst erstellen: Das brauchst du

  • Ein klares Ziel und eine erste, kleine Aufgabe. Zum Beispiel: den Wochenbericht aus den Zahlen schreiben.
  • Ein Konto bei einem Anbieter eines KI-Modells, über das der Agent denkt.
  • Einen Ort, an dem der Agent läuft, meistens ein Server, und jemanden, der ihn aktuell und sicher hält.
  • Zugriff auf die Werkzeuge: Website, Analytics, Werbekonto, Postfach. Jeder Zugriff ist eine Entscheidung.
  • Regeln für Freigaben und Grenzen, bevor der Agent das erste Mal etwas nach aussen tut.

Der erste Agent für eine einzelne Aufgabe ist mit den heutigen Werkzeugen schnell gebaut. Die Arbeit beginnt danach: Er muss laufen, aktuell bleiben, sicher bleiben und mehr können, wenn du mehr brauchst.

Erstellen lassen: Das fragst du jeden Anbieter

  • Wem gehören Code, Inhalte, Domain und Daten?
  • Was passiert beim Ausstieg, und was kostet er?
  • Wo läuft der Agent, und über wessen Konto läuft das KI-Modell?
  • Was geht live ohne mein Ja?
  • Was kostet es alles zusammen, mit Server und Modell?
  • Bekommen wir neue Fähigkeiten dazu, und was kosten sie?

Kantello baut KI-Agenten für Schweizer KMU, mit einer neuen Website als erster Aufgabe. Was der Agent erledigt, was er kostet und wem er gehört

Fragen zu KI-Agenten

AI Agent ist der englische Begriff für KI-Agent: ein Programm, das ein Ziel bekommt, die Schritte selbst plant und sie mit Werkzeugen ausführt. Beide Begriffe meinen dasselbe; in Texten aus der Software-Welt steht meist der englische.

Ein KI-Assistent hilft dir bei einer Aufgabe, die du selbst ausführst: Er schreibt einen Text, den du einfügst, oder erklärt dir, wie etwas geht. Ein KI-Agent führt die Aufgabe selbst aus, mit Zugriff auf die Werkzeuge. Der Unterschied ist der Zugriff, nicht die Intelligenz.

Für eine einzelne Aufgabe ja: Ein Ziel beschreiben und ein Werkzeug anbinden geht heute ohne Code. Sobald der Agent deine Website, deinen Server oder deine Konten verändern darf, braucht es Technik: sichere Zugänge, Grenzen, die er nicht verschieben kann, und jemanden, der das Ganze aktuell hält.

Ja. Er kann eine Aufgabe falsch verstehen, eine Zahl falsch lesen oder einen Schritt zu viel machen. Darum gilt: Entwurf zuerst, Vorschau anschauen, dann freigeben. Ein Agent, der alles sofort live schaltet, ist bequem, bis er den ersten Fehler live schaltet.

Nicht jedes. Ein Agent lohnt sich, wenn Aufgaben liegen bleiben, weil niemand Zeit dafür hat: die Website, die seit Monaten nicht angepasst wurde, der Newsletter, der nie rausgeht, die Zahlen, die niemand anschaut. Wenn das bei dir so ist, fang mit einer dieser Aufgaben an.

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